Wasser- und Feuchteschäden in Gebäuden

Großes Schadenspotential erfordert umfassende Sanierung!

Jedes Jahr ereigenen sich in Deutschland etwa 1 Million Wasserschäden.
Wasserschäden ergeben sich in der Regel aus der ungeplanten und unabsichtlichen Einwirkung von Wasser auf ein Gebäude oder Teile davon.

Das sind z.B.:

> Durchnässung bei Regen durch eine Leckstelle oder weil das Dachen wegen Dacharbeiten geöffnet ist, bei Ereignissen wieÜberflutungen oder Hochwasser,
> Undichtigkeiten oder Verstopfungen an Regenrinnen bzw. Fallrohren,
> Wasseraustritt innerhalb des Hauses aus einer Wasserleitung, einer Heizleitung, der Leitung einer Solaranlage sowie bei Einrichtungen von Badezimmern im Zusammenhang
   mit Rissbildung, Korossion, Anschlussundichtigkeiten, undichten Silikonfugen, Schlauchplatzern etc.,
> Wasseraustritt innerhalb des Hauses aus einem Abflußrohr bei Verstopfung, Abriß, Rissbildung oder Kanalrückstau,
> Wasseraustritt aus defekten Aquarien, bei Überlauf von Wannen oder Spülbecken.

Speziell zu betrachten sind Feuchteeinwirkungen auf Baumaterialien bei Neubauten und bei Renovierungen durch das mehr oder weniger schnelle Verdunsten des Prozesswassers für Mörtel, Putze, Beton und Estrich. Den meisten Menschen ist es kaum
bewusst, dass zum Beispiel eine 20 cm starke Betonwand mit einseitiger Erdberührungen
(also die Außenwand eines Kellers) mindestens 6 Jahre braucht, bis sie kein Anmachwasser mehr abgibt.
Gemeinsam ist allen diesen Szenarien, dass Baumaterialien oberflächlich oder auch in tieferen Schichten durchfeuchtet wird und diese Feuchte für mehr als 3 Tage einwirkt, was
oft der Fall ist.
Dann beginnen Schimmelpilze zu wachsen und sich zu vermehren. Der Schimmelbefall führt meist früher oder später zu modrigen, pilzartigen Gerüchen.
Schäden durch kleine Undichtigkeiten an Rohren oder undichten Fugen mit langandauernder geringer Feuchteeinwirkung sind zunächst nicht oder nur versteckt sichtbar. Die Rohre verlaufen ja meistens innerhalb der Wände, in Schächten oder unter
dem Estrich - bis man da etwas erkennen kann, vergehen oft Wochen, manchmal Monate.
Dann jedoch zeigen sich an den Oberflächen der Wände in Bodennähe feuchte Stellen mit oder ohne Schimmelbewuchs oder Feuchtespuren in Form von Salzausblühungen oder
Trockenrändern. Oft riecht es auch zunehmend modrig, ohne dass zunächst erkennbar ist, wo die Ursache liegt.

Sind Tapeten, Gipskartonplatten bzw. Gipsputz oder Leimfarben im Spiel, dann wächst der Schimmel meist sehr schnell und bei Trockenbauwänden natürlich auch unsichtbar
innerhalb dieser hohlen Wandkonstruktionen.
In Holzhäusern oder Gebäuden mit Trockenbaukonstruktionen aus Holz oder bei lang einwirkenden unentdeckten Feuchteeinflüsseen wachsen außer den Schimmelpilzen sehr
oft auch Holz zerstörende Pilze (im Volksmund auch Hausschwamm genannt). Stark gefährdet sind auch Häuser mit Dämmstoffen auf Holzbasis oder Gebäude, in denen viele
Pressspanplatten verbaut sind. Manchmal kommt es zur Entwicklung von Fruchtkörern,
also Pilzwachstum, wie man es aus dem Wald kennt. Oft erkennen die Leute erst dann, dass da etwas im Argen liegen muss.

Wenn Holz- und Holzwerkstoffe verschimmeln, dann entsteht meist ein typischer Geruch nach Waldpilzen, der sich schon bemerkbar machen kann, lange bevor man den Befall
tatsächlich sieht. Leider gewöhnen sich die Bewohner nach und nach an den Geruch und bemerken deshalb den Schaden gar nicht.
Aber selbst bei den Schäden aufgrund eines erkennbaren Wasseraustritts können sich zusätzliche Probleme ergeben, deren volles Ausmaß man zunächst nicht ermißt - wenn
z.B. ausgetretenes Wasser durch eine Randfuge unter den Estrich oder in den Bodenaufbau läuft, dann ist es ja erst einmal weg.
Die meisten Betroffenen denken sich nichts dabei, wischen das oberflächlich sichtbare Wasser auf und leben erst einmal unbeschwert weiter.
Das Wasser hat sich jedoch in der Bausubstanz großflächig verteilt, bei Boden- und
Deckenkonstruktionen aus Beton in der Regel in der Dämmlage unter dem Estrich. Dort beginnt dann nach kurzer Zeit das Schimmelwachstum.
Diese Dämmlagen unter dem Estrich sind in Deutschland fast überall in Gebäuden ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts vorhanden.
Heutzutage sind meist Polystyrolplatten und Mineralfasermatten verbaut, auch Polyurethan-Dämmplatten sind gebräuchlich. Vorhanden sind aber auch alle möglichen
anderen Dämmstoffe: Perlite-Granulat, Korkplatten mit und ohne Bitumen, Korkgranulat, Holzspäne, Bl.htonkügelchen und vieles andere mehr. Jedes Jahr kommen neue
Materialien auf den Markt.

Die verschiedenen Materialien bieten den Schimmelpilzen ganz unterschiedlich gute Lebensbedingungen. Deswegen kann es durchaus eine Zeit lang dauern, bis sich
Geruchsprobleme entwickeln.
Das sind jedoch nicht die schlimmsten Auswirkungen eines Pilzbefalls: Schimmel und Bakterien in Baumaterial und in Hohlräumen können durch eine Belastung
der Raumluft mit Partikeln und Stoffwechselausgasungen auch die verschiedensten Gesundheitsprobleme verursachen bzw. verstärken. Belegt sind Atemwegsprobleme und
asthmatische Beschwerden, Konzentrationsstörungen und unerklärliche Müdigkeit sowei Allergien.
Genaueres dazu ist noch nicht ausreichend erforscht, solche Keimbefälle in Wohnungen sind jedoch immer ein hygienisches Problem.
Das Umweltbundesamt (UBA) geht in seinen Veröffentlichungen jedenfalls bei länger andauernder Feuchte an Bauteilen meist von einer problematischen Sitaution aus und
empfiehlt in der Regel deshalb die Entfernung der verkeimten Materialien.
Die Vor-Ort-Einschätzung des Schadensausmaßes führt ein guter Sachverständiger nach den UBA-Kriterien durch, denn die sind allgemein anerkannt und gelten momenatn als
Stand der Technik.

Die oft von Versicherern und Sanierungsfirmen bei Wasserschäden vorgeschlagenen Trocknungsmaßnahmen alleine sind nach Ansicht vieler unabhängiger Sachverständiger
jedenfalls in den allermeisten Fällen nicht ausreichend, um Feuchteschäden und ihre Folgen sach- und fachgerecht zu beseitigen.
Zum einen sind viele Dämmmaterialien eher schlecht bis gar nicht trockenbar und zum anderen dauert eien sachgerechte Trocknung in der Regel viel länger als dei 2 -3 Wochen,
die üblicherweise angesetzt werden. Und Rohrdämmschalen und Eindämmungen von Kabelkanälen unterhalb der Estriche lassen sich so gut wie gar nicht trocknen.
Außerdem bleibt bei einer bloßen Trocknung die Biomasse der Pilze und Bakterien erhalten, was verschiedenste negative Auswirkungen haben kann (siehe oben).
Im besten Fall sind alle Keime abgetötet und es riecht nur modrig, im schlechten Fall ist die Trocknung nicht ausreichend und verbliebene Keime fangen wieder an, sich munter zu
vermehren.
Die unterschiedlichen Umstände und Materialien müssen bei jeder Sanierungsplanung berücksichtigt werden, was oft jedoch von Versicherungsregulierern eben nicht beachtet
wird, weil es die Sanierung in der Regel deutlich verteuert.
Auch die möglichen Korossionsschäden an unterhalb des Estrichs verlegten Rohrleitungen werden meist nicht berücksichtigt, so dass der nächste Wasserschaden
bald wieder auftreten kann.

Davon ahnen Endkunden bzw. Versicherungsnehmer jedoch in der Regel nichts!
Von den Versicherungsregulierern und den von diesen mitgebrachten Trocknungsfirmen werden die Betroffenen in der Regel jedenfalls nicht über die genannten Tatsachen
aufgeklärt. Natürlich wissen die Betrofffenen normalerweise nichts von den geltenden Regelwerken, deren Einhaltung für eine fach- und sachgerechte Sanierung notwendig ist -
und sie werden darüber weder von Versicherungen noch von den Sanierern aufgeklärt.
Die einen tun das nicht, weil sie sonst ihr Geschäftsmodell gefährden würden und die anderen, weil eine grundlegende und fachgerechte Sanierung eines Wasserschadens in
der Regel deutlich aufwendiger und teurer ist als bloße Trocknungsmaßnahmen.
Die versicherten Endverbraucher sind oft zunächst dankbar für die vermeitlichen Rundum- Sorglos-Dienste der Versicherungen an, die immer gleich ablaufen:
Die Versicherung schickt nach der Schadensmeldung einen Leckorter, der sucht die Undichtigkeit, macht einen Sanierungsvorschlag, dann kommt der Regulierer gleich mit
einer Trocknungsfirma im Schlepptau und beide versprechen, den Schaden innerhalb von 2 - 3 Wochen getrocknet und beseitigt zu haben....
Alle weitergehenden Schadensmöglichkeiten und die Schutzregelungen für die Nutzer während einer Sanierung, die bei sachgemäßen Maßnahmen allesamt zu beachten sind,
werden weder erwähnt noch durchgeführt.

Wer sich nicht auskennt, muss solchen Aussagen glauben und hat dann auch den persönlichen Gesundheitsschaden, weil entweder unter dem Estrich noch Schimmel
verbleibt, oder evtl. sogar in rauen Mengen Schimmelpartikel durch unsachgemäße Trocknungsmaßnahmen im ganzen Haus umhergeblasen wurden.
Wer also sicher sein will, dass ein Wasserschaden umfassend und korrekt saniert wird, sollte sich mindestens eine Zweitmeinung eines unabhängigen Sachverständigen
einholen. Bei größeren Kraftfahrzeugschäden ist das gang und gäbe, aber bei den oft viel kostenträchtigeren Schäden an Gebäuden muss sich das erst noch ins allgemeine
Denken einprägen.
Sehr gute Dienste bei unabhängigen Begutachtungen leisten Baubiologen als Schimmelsachverständige, die nur ihren Auftraggebern verpflichtet sind und diese
gegenüber Versicherungen und oberflächlichen Sanierungsfirmen unterstützen mit einer fachkundigen Sanierungsbegleitung.

Am Ende der Sanierung können sie auch den Erfolg der Maßnahmen mit einer sogenannten Freimessung für alle Beteiligte beweiskräftig dokumentieren.
Kein Wasserschaden sollte ohne eine solche Erfolgskontrolle von unabhängiger Seite beendet und schon gar nicht bezahlt werden. Ansonsten haben die Geschädigten auch
noch Probleme, später eine möglichen mangelhafte Sanierung nachzuweisen!

Mein Appell an alle Menschen deshalb:
Holen Sie sich sachverständige Unterstützung auf Ihre Seite, wenn Sie einen Wasserschaden haben oder vermuten - Gutachter in Ihrem Auftrag werden in der Regel alle Umstände berücksichtigen und sicherstellen, dass der Schaden bei Ihnen fach- und sachgerecht und vor allem umfassend saniert wird.

Uwe Dippold
Baubiologe und Schimmelsachverständiger

harmangels.comsexlikerealhd.comhardtubex.comtushypornhd.com